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FSP bestanden: Wie Herr Ramakee sich auf die Fachsprachprüfung vorbereitet hat

vor 1 Tag
6 Min. Lesezeit

Die Fachsprachprüfung (FSP) ist für internationale Ärztinnen und Ärzte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Approbation. Viele Teilnehmende unserer Kurse fragen sich: Wie läuft der Prüfungstag ab, wie lernt man effektiv, und worauf kommt es in der Prüfung wirklich an?

Herr Ramakee, der in seinem Heimatland als Kinderarzt arbeitete, hat die FSP in Hessen bestanden und sich dafür in unserem Kurs vorbereitet. Im Interview berichtet er, wie er gelernt hat, welche Hürden er überwinden musste und welche Tipps er künftigen Prüflingen mit auf den Weg gibt.

Herr Ramakee steht lächelnd vor einem Banner der Akademie für Heilberufe.
Herr Ramakee steht lächelnd vor einem Banner der Akademie für Heilberufe.

Prüfungstag und Ergebnis: So hat Herr Ramakee die FSP erlebt

brmi-Akademie: Herr Ramakee, noch einmal herzlichen Glückwunsch zur bestandenen FSP! Sie haben sich in unserem Kurs auf diese Prüfung vorbereitet, und wir erinnern uns gut an Ihre aktive Teilnahme. Viele unserer Teilnehmenden fragen sich, wie sich der Prüfungstag anfühlt. Wie haben Sie den Moment erlebt, als Sie das Ergebnis erfahren haben?

Herr Ramakee: Direkt nach der Prüfung wurde ich in den Raum gerufen und die Kommission bat mich zunächst um eine Selbsteinschätzung. Ich habe die drei Prüfungsteile kurz reflektiert und gesagt, dass ich mein Bestes gegeben habe. Auf die Nachfrage nach möglichen Verbesserungen habe ich Kleinigkeiten genannt. Schon da hatte ich den Eindruck, dass es gut gelaufen war. Ich habe mich sehr gut gefühlt, war aber natürlich auch aufgeregt.

FSP-Vorbereitung: Aktiv lernen statt nur lesen

brmi-Akademie: Diese Aufregung kann man gut nachvollziehen. Gehen wir zurück an den Anfang: Wie haben Sie sich auf diesen Tag vorbereitet?

Herr Ramakee: Alle Module im Rahmen Ihrer Maßnahme waren für mich wichtig, das FSP-Modul ganz besonders. Entscheidend war für mich, nicht passiv zu lernen und Ihr Kurs hat mir genau dies auch ermöglicht. Jedes Thema habe ich an verschiedenen Beispielen geübt. Dazu hatte ich einen Lernpartner, mit dem ich mich zweimal pro Woche getroffen habe. Ergänzend habe ich AMBOSS und Leitlinien genutzt, die mir Kolleginnen und Kollegen empfohlen hatten. Zu jedem Krankheitsbild habe ich mir drei bis fünf Differenzialdiagnosen eingeprägt und mir überlegt, wie man es beschreibt, welche Warnzeichen es gibt und wie man es diagnostiziert. Wichtig ist, systematisch und strukturiert vorzugehen.

Größte Hürden: Fachwortschatz und Fallvorstellung

brmi-Akademie: Das klingt nach einem durchdachten Plan. Gab es trotzdem Hürden, die Ihnen am Anfang Schwierigkeiten bereitet haben?

Herr Ramakee: Das Fachvokabular. Von Freunden und Kollegen hatte ich eine sehr lange Liste bekommen, die mich anfangs ein wenig abgeschreckt hat. Im Unterricht ist es mir aber gelungen, mir den Wortschatz Schritt für Schritt zu erarbeiten.

Die Fallvorstellung wirkte zunächst einfach, wurde für mich aber später zur größten Herausforderung, denn man macht dabei viele Fehler. Neben der Anamneseerhebung ist die Patientenvorstellung meines Erachtens das Wichtigste: Im Krankenhaus muss man sich schließlich auch mit Kolleginnen und Kollegen klar und verständlich austauschen können. Ich fand es gut, dass ich mich auch in diesem Bereich mit der Zeit verbessern konnte.

Fachwortschatz für die FSP festigen: Schreiben statt nur wiederholen

brmi-Akademie: Beim Fachwortschatz haben Sie also zunächst vor einer großen Aufgabe gestanden. Wie haben Sie ihn so gefestigt, dass er in der Prüfung sicher saß?

Herr Ramakee: Am besten hat bei mir das handschriftliche Notieren von Begriffen funktioniert. Das Wiederholen und Auswendiglernen half mir persönlich nicht, denn die Fachwörter werden in Hessen schriftlich geprüft, und beim Schreiben merkt man selbst, wo man Fehler macht. Hilfreich waren auch die zahlreichen Übungen auf unserer Lernplattform Moodle, die wir im Rahmen des Kurses bearbeitet haben. Von der Akademie habe ich außerdem regelmäßig Rückmeldungen zur Rechtschreibung und Grammatik bekommen. Ich habe das ernst genommen und gezielt daran gearbeitet.

Sprachpatenschaft: Sprechen üben mit Unterstützung

brmi-Akademie: Neben des Grammatik- und Wortschatzstrainings hatten Sie im Rahmen unseres Programms zusätzlich eine Sprachpatin an Ihrer Seite. Wie haben Sie diese Zusammenarbeit erlebt?

Herr Ramakee: Die Sprachpatenschaft war für mich sehr wertvoll. Wir sind bis heute in Kontakt und sprechen jede Woche miteinander, meistens online, weil wir in verschiedenen Städten wohnen. Wenn es passt, treffen wir uns auch persönlich. Ich nutze jede Gelegenheit, um meine Sprache zu verbessern und mein medizinisches Wissen zu vertiefen.

Herr Ramakee erhält sein Teilnahmezertifikat während der feierlichen Abschlussveranstaltung.
Herr Ramakee erhält sein Teilnahmezertifikat während der feierlichen Abschlussveranstaltung.


Worauf es in der Fachsprachprüfung ankommt

brmi-Akademie: Sie haben also viel gesprochen und geübt. Hat sich das in der Prüfung bemerkbar gemacht? Worauf kommt es dort Ihrer Erfahrung nach an?

Herr Ramakee: Ja, definitiv. Das hat mir sehr geholfen. Ich finde es in diesem Zusammenhang auch wichtig zu erwähnen, dass die Kommission kein perfektes Deutsch erwartet, wohl aber, dass man die Kommunikation mit Kollegen und Patienten sicher beherrscht. Auswendig gelernte Antworten fallen den erfahrenen Prüferinnen und Prüfern sehr schnell auf. Wenn ich etwas nicht wusste, sagte ich ehrlich, dass ich es gerade nicht präsent habe und in der Leitlinie nachlesen oder mit dem Oberarzt besprechen würde. Ein bloßes „Ich weiß es nicht" ist riskant, weil es nach Desinteresse klingt. Solche Formulierungen habe ich gemieden.

brmi-Akademie: Ein wertvoller Hinweis. Wie schwer war die FSP für Sie unterm Strich?

Herr Ramakee: Für mich war sie gut machbar. Das heißt aber nicht, dass man Medizin oder Sprache oberflächlich lernen kann. Man muss beides wirklich durchdringen. Mit etwa drei Stunden täglicher Übung nach dem Vor- und Nachmittagsunterricht ist die Prüfung zu schaffen. Wer kaum wiederholt und nicht übt, für den wird sie sehr schwer.

Lerntipps für die FSP-Vorbereitung

brmi-Akademie: Was raten Sie jemandem, der gerade mit der Vorbereitung beginnt?

Herr Ramakee: Mein Rat: Nutzen Sie nicht zu viele Quellen aus dem Netz, lernen Sie strukturiert und bleiben Sie positiv. Üben Sie jeden Fehler viermal, nicht nur ein- oder zweimal. Und setzen Sie das Feedback der Dozierenden konsequent um. Mir hat es sehr geholfen, mich gezielt mit meinen Fehlern zu beschäftigen und sie nach und nach auszubessern.

Hospitation in der Praxis: Lernen im Arbeitsalltag

brmi-Akademie: Das sind viele praktische Ansätze für die Prüfungsvorbereitung. Neben Kurs und Übungen sammeln Sie im Rahmen unseres dritten Moduls inzwischen auch Erfahrung in einer Praxis, in der Sie hospitieren. Was bringt Ihnen diese Zeit zusätzlich?

Herr Ramakee: Das Bewusstsein, dass man fachlich und sprachlich am besten im Arbeitsalltag lernt, und zwar aktiv: sprechen, fragen, antworten, auch auf die Gefahr hin, Fehler zu machen. Alleiniges Zuschauen und Zuhören reichen nicht, man muss das Gelernte selbst aktiv anwenden. Das gilt im Kurs genauso, ob online oder in Präsenz. Die Hospitation hat mich fachlich und sprachlich spürbar weitergebracht.

Nach der FSP: Der Weg zur Kenntnisprüfung

brmi-Akademie: Sie lernen also konsequent weiter, auch nach der bestandenen FSP. Wie sieht Ihr Weg bis zur Kenntnisprüfung aus?

Herr Ramakee: Ich werde eine Berufserlaubnis beantragen und möchte vor der Kenntnisprüfung etwa ein Jahr arbeiten. So kann ich meine Sprachkenntnisse weiter ausbauen, Erfahrung sammeln und mir die Themen schon vorher erarbeiten, um gut vorbereitet in die KP zu gehen. Danach möchte ich als Assistenzarzt arbeiten und eine Facharztweiterbildung beginnen, voraussichtlich in der Allgemeinmedizin.

brmi-Akademie: Ein kluger Plan. Aus unserer Erfahrung noch ein Tipp: Sobald der Prüfungstermin absehbar ist, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber über eine Freistellung sprechen. Für die intensive Vorbereitung braucht man mehrere Monate, drei bis vier reichen oft nicht.

Herr Ramakee: Vielen Dank für den Hinweis. Das werde ich mit meinem Arbeitgeber besprechen, sobald es so weit ist.

brmi-Akademie: Sehr gut. Für Ihren weiteren Weg wünschen wir Ihnen viel Erfolg, bei der Kenntnisprüfung und danach in Ihrer ärztlichen Tätigkeit. Vielen Dank für Ihre Offenheit und die Zeit, die Sie sich für dieses Gespräch genommen haben! Herr Ramakee: Gern geschehen! Danke Ihnen für die kontinuierliche Unterstützung.

Fünf Erkenntnisse für Ihre FSP-Vorbereitung

Herr Ramakees Erfahrungen lassen sich in fünf Punkten zusammenfassen. Sie gelten nicht nur für die FSP, sondern für jede Prüfungsvorbereitung. Wenn Sie sich selbst auf die Prüfung vorbereiten, können Sie sich daran orientieren:

  1. Aktiv lernen: Üben Sie die Themen an konkreten Beispielen und sprechen Sie mit Menschen, statt nur Informationen nur zu lesen, denn so erkennen Sie, ob Sie die Sprache wirklich beherrschen.

  2. Feedback konsequent nutzen: Rückmeldungen bringen nur etwas, wenn Sie sie auch umsetzen. Notieren Sie Ihre Fehler und arbeiten Sie gezielt daran, bis sie nicht mehr auftreten.

  3. Fachwörter schreiben: In der FSP Humanmedizin werden neben der Dokumentation auch Fachwörter schriftlich geprüft. Schreiben Sie sie beim Lernen auf, so fallen Ihnen Rechtschreibfehler früh auf.

  4. Gespräche führen: Mit einer Lernpartnerin, einem Lernpartner oder einer Sprachpatenschaft üben Sie regelmäßig freies Sprechen und gewinnen Sicherheit.

  5. Frühzeitig planen: Wer neben der Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung arbeitet, sollte rechtzeitig mit dem Arbeitgeber über eine Freistellung sprechen.

Sie planen Ihre FSP? Wir begleiten Sie

An der brmi-Akademie für Heilberufe in Frankfurt bereiten wir internationale Ärztinnen und Ärzte gezielt auf die Fachsprachprüfung vor. Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen:


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