Medizinischer Wortschatz für die FSP C1 - Fachsprache sicher in Alltagssprache übertragen
- bugarin4
- 13. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

In der Fachsprachprüfung C1 zeigt sich immer wieder ein zentrales Muster: Internationale Ärztinnen, Zahnärzte und Apotheker verfügen meist bereits über einen soliden medizinischen Fachwortschatz. Viele Begriffe sind aus dem Studium bekannt und international ähnlich, da sie auf lateinischen oder griechischen Wortstämmen basieren.
Die eigentliche Herausforderung der FSP liegt jedoch nicht im Erkennen dieser Begriffe, sondern in ihrer situationsgerechten sprachlichen Verwendung auf Deutsch. Erwartet wird, dass medizinische Sachverhalte verständlich erklärt, fachliche Inhalte patientengerecht vermittelt und bei Bedarf wieder präzise in die Fachsprache überführt werden.
Dieser Artikel fokussiert sich daher bewusst nicht auf den Prüfungsablauf, sondern auf eine der zentralen sprachlichen Kernkompetenzen der FSP: den sicheren Wechsel zwischen Fachsprache und Alltagssprache.
Medizinisches Wissen sprachlich verfügbar machen
Wortschatzarbeit für die FSP bedeutet nicht, möglichst viele neue Begriffe auswendig zu lernen. Entscheidend ist vielmehr, vorhandenes medizinisches Wissen sprachlich abrufbar zu machen.
Viele Fachbegriffe sind im Gedächtnis vorhanden, stehen dort jedoch isoliert. In der Prüfung reicht es nicht aus, einen Begriff wiederzuerkennen. Relevant ist, ob er spontan verständlich erklärt werden kann. Fehlt diese automatische Verbindung, entstehen Denkpausen, die im Gespräch Unsicherheit erzeugen.
Ziel der Vorbereitung ist daher eine feste gedankliche Kopplung von:
medizinischem Fachbegriff
allgemeinverständlicher deutscher Erklärung
Fachbegriffe bewusst in beide Richtungen trainieren
Für die FSP ist es entscheidend, Begriffe bidirektional abrufen zu können:
vom Fachbegriff zur Alltagssprache
von der Alltagssprache zurück zum Fachbegriff
Beispiele:
Dyspnoe → Atemnot
Tachykardie → beschleunigter Herzschlag
Gingivitis → Zahnfleischentzündung
Hämaturie → sichtbares Blut im Urin
Nur wenn beide Ebenen gleichwertig verfügbar sind, gelingt der sprachliche Perspektivwechsel im Prüfungsgespräch sicher.
Medizinischer Wortschatz FSP C1: Im Gebrauch festigen
Sprachliche Sicherheit entsteht nicht durch Lesen, sondern durch aktive Anwendung. Für die FSP sollte Wortschatz konsequent in realistischen Kommunikationssituationen geübt werden:
Anamnesegespräch
verständliche Erklärung von Befunden oder Therapien
mündliche und schriftliche Darstellung medizinischer Sachverhalte gegenüber Kolleginnen und Kollegen
Wer regelmäßig übt, medizinische Inhalte zunächst patientengerecht zu formulieren und anschließend fachsprachlich zusammenzufassen, trainiert exakt die sprachliche Handlungskompetenz, die in der Fachsprachprüfung geprüft wird.
Wiederholung mit System statt Zufall
Gerade bei bekannten Begriffen wird die Bedeutung gezielter Wiederholung häufig unterschätzt. Entscheidend ist nicht die einmalige Beschäftigung mit einer Vokabel, sondern ihre mehrfache Aktivierung in unterschiedlichen Kontexten.
Ein Begriff sollte daher:
an verschiedenen Tagen wiederholt werden
in wechselnden Kommunikationssituationen auftauchen
sowohl mündlich als auch schriftlich verwendet werden
So wird die Verbindung zwischen Fachsprache und Alltagssprache stabil und schnell abrufbar.
Wortbestandteile als zusätzliche Orientierung
Das bewusste Arbeiten mit Präfixen, Wortstämmen und Suffixen bietet zusätzliche Sicherheit – insbesondere bei weniger vertrauten Begriffen.
Beispiel:
Perikarditis= peri- (um … herum) + cardi- (Herz) + -itis (Entzündung)→ Herzbeutelentzündung
Diese Technik ermöglicht es, auch unbekannte Begriffe im Gespräch korrekt einzuordnen und verständlich zu erklären.
Authentische Materialien gezielt nutzen
Besonders wirkungsvoll ist die Arbeit mit realen medizinischen Texten:
Arztbriefe
Befunde
Patienteninformationen
Wer regelmäßig übt, denselben medizinischen Inhalt in unterschiedlichen Sprachregistern zu formulieren, entwickelt genau die sprachliche Flexibilität, die in der Fachsprachprüfung gefordert wird.
Fazit: Wortschatz als kommunikative Kompetenz
In der Fachsprachprüfung C1 ist medizinischer Wortschatz FSP C1 kein Selbstzweck. Entscheidend ist die Fähigkeit, medizinisches Wissen verständlich, situationsgerecht und professionell auf Deutsch zu vermitteln.
Wer Fachbegriffe sicher mit ihren deutschen Entsprechungen verknüpft und regelmäßig im passenden Kontext anwendet, schafft eine stabile Grundlage – für die Prüfung und für den ärztlichen Berufsalltag in Deutschland.
Wie die brmi-Akademie Sie dabei unterstützt
In unseren Vorbereitungskursen zur Fachsprachprüfung C1 steht genau diese sprachliche Verknüpfung im Mittelpunkt. Fachwortschatz wird konsequent in realistischen Kommunikationssituationen trainiert – im Anamnesegespräch, bei der Erklärung von Befunden und in der fachlichen Darstellung medizinischer Sachverhalte.
Durch strukturiertes Training, authentische Materialien und gezieltes Feedback entwickeln unsere Teilnehmenden eine sprachliche Handlungssicherheit, die sowohl in der Prüfung als auch im Berufsalltag trägt.







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