Rückblick zum 18. November – Europäischer Antibiotikatag Verantwortungsvoll handeln – Resistenzen vermeiden: Antibiotikatherapie in der Approbationsvorbereitung
- Haidych

- 27. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Der Europäische Antibiotikatag erinnert jährlich an die Bedeutung eines reflektierten und gezielten Einsatzes von Antibiotika – ein Thema, das im klinischen Alltag zentral ist.
🔍 Woher kennen wir Antibiotika?
Die Entdeckung von Penicillin durch Alexander Fleming erfolgte tatsächlich im Jahr 1928, genauer im September 1928 an der St. Mary’s Hospital Medical School in London. Fleming veröffentlichte seine Beobachtungen dann 1929 in einem wissenschaftlichen Artikel:
1928: Fleming bemerkte zufällig, dass ein Schimmelpilz (Penicillium notatum) das Wachstum von Staphylokokken hemmte.
1929: Er veröffentlichte seine Erkenntnisse im British Journal of Experimental Pathology – allerdings fand seine Arbeit zunächst kaum Beachtung.
Erst in den späten 1930er-Jahren begannen Florey, Chain und Heatley an der Universität Oxford mit der gezielten Isolierung, Reinigung und Produktion von Penicillin.
Ab 1941 wurde Penicillin erstmals erfolgreich bei Patienten angewendet – und spielte insbesondere im Zweiten Weltkrieg eine entscheidende Rolle.
🔍 Wofür brauchen wir Antibiotika als Therapie?
Antibiotika werden zur gezielten Bekämpfung bakterieller Infektionen eingesetzt. Sie gehören zu den wichtigsten Errungenschaften der modernen Medizin und ermöglichen die Behandlung schwerer Erkrankungen wie Pneumonien, Sepsis, Harnwegsinfektionen oder bakterieller Meningitis. Ihr therapeutischer Wert ist unumstritten – vorausgesetzt, sie werden gezielt, korrekt dosiert und leitliniengerecht eingesetzt.In der medizinischen Praxis begegnen wir ihnen in fast allen Fachrichtungen – und im klinischen Alltag ebenso wie in der Prüfungsvorbereitung.
Diese und ähnliche Fragen greifen wir im Unterricht der brmi-Akademie regelmäßig auf. Gemeinsam analysieren wir den sinnvollen Einsatz von Antibiotika – differenziert, praxisnah und stets evidenzbasiert.
🧬 Was bedeutet Antibiotikaresistenz?
Antibiotikaresistenz beschreibt die Fähigkeit von Bakterien, sich der Wirkung von Antibiotika zu entziehen. Sie entsteht durch falsche Anwendung – z. B. bei viralen Infekten, zu kurz angesetzter Therapie, unregelmäßiger Einnahme oder durch Selbstmedikation.
Die Konsequenz: Infektionen, die einst gut behandelbar waren, werden zur therapeutischen Herausforderung. Weltweit sterben jährlich über 1,2 Millionen Menschen direkt an den Folgen resistenter Erreger – Tendenz steigend.
💊 Warum dürfen Antibiotika nicht „einfach so“ verschrieben werden?
Ein unkritischer Umgang mit Antibiotika birgt ernste Risiken – für den Einzelnen und die Gesellschaft. An erster Stelle steht die Resistenzentwicklung von Erregern.
Weitere Risiken sind:– Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Hautausschläge, allergische Reaktionen– Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten– Langfristige Therapieversagen, insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen
Antibiotikatherapie in der Approbationsvorbereitung: Worauf legen wir besonderen Wert im Unterricht der brmi-Akademie?
Im Rahmen unseres strukturierten Qualifizierungsprogramms vermitteln wir internationalen Ärzt:innen, Zahnärzt:innen und Apotheker:innen praxisrelevante Handlungskompetenz im Umgang mit Antibiotika. Häufig berichten Teilnehmende mit Berufserfahrung aus dem Ausland, dass Antibiotika in ihren Herkunftsländern rezeptfrei erhältlich sind. Diese Erfahrungen thematisieren wir ausführlich im Unterricht – auch im Hinblick auf die Gefahr unkontrollierter Anwendung und zunehmender Resistenzen.
Unsere Inhalte im Überblick – je nach Fall im Unterricht:
🔹 Klassifikation und Wirkmechanismus wichtiger Antibiotikagruppen z. B. Penicilline, Cephalosporine, Makrolide, Tetrazykline, Fluorchinolone, Carbapeneme
🔹 Rationale Antibiotikatherapie nach Leitlinien
Strukturierte, leitliniengerechte Therapien vermeiden unnötige Verordnungen, sichern den Behandlungserfolg und verringern langfristig das Risiko von Resistenzen.
🔹 Indikationsstellung und Kontraindikationen – gezielt statt pauschal
Nur bakterielle Infektionen rechtfertigen den Einsatz von Antibiotika. Fehleinschätzungen führen zu Resistenz, Therapieversagen und unnötigen Nebenwirkungen.
🔹 Dosierungsanpassung bei Risikopatient:innen
Bei eingeschränkter Nierenfunktion, hohem Alter oder Polypharmazie ist eine angepasste Dosierung entscheidend, um Über- oder Unterdosierungen sowie Komplikationen zu vermeiden.
🔹 Interpretation von Antibiogrammen
Gezielte Wirkstoffwahl auf Basis des Antibiogramms ist ein zentrales Instrument zur Vermeidung unnötiger Breitbandtherapien und zur Reduktion von Resistenzrisiken.
🔹 Prävention nosokomialer Infektionen durch Hygienestandards
Multiresistente Erreger entstehen häufig im Krankenhausumfeld. Strikte Hygienemaßnahmen sind unverzichtbar für Prävention und Infektionskontrolle.
🔹 Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Rationale Antiinfektiva-Therapie ist Teamarbeit – nur durch strukturierte Kommunikation zwischen ärztlichem Dienst, Pflege, Apotheke und Labor lässt sich Resistenzbildung effektiv eindämmen.
📚 Relevanz für Fachsprach- und Kenntnisprüfung (FSP / KP)
Antibiotikatherapie ist in beiden Prüfungsformaten präsent – insbesondere bei Fällen wie Pneumonie, Sepsis usw. Oft wird in der Kenntnisprüfung auch erwartet, dass die Dosierung eines konkreten Antibiotikums genannt oder diskutiert wird.
Unsere Teilnehmenden lernen, solche Anforderungen sicher zu meistern – mit medizinischem Sachverstand und sprachlicher Präzision.
Wir vermitteln nicht nur medizinisches Fachwissen, sondern fördern ein Bewusstsein für verantwortungsbewusstes ärztliches Handeln. Der Europäische Antibiotikatag unterstreicht, wie wichtig dieses Thema bleibt – in Klinik, Lehre und Gesellschaft.
📍 brmi-Akademie: Strukturiert lernen. Klinisch denken. Verantwortung tragen.







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