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Cholesterinwerte: was man unbedingt wissen muss. Ein zentraler Prüfungsschwerpunkt in der FSP und KP

  • Autorenbild: Haidych
    Haidych
  • vor 10 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Ideal für FSP- und KP‑Vorbereitung.

Erhöhte Cholesterinwerte werden oft als typische Erkrankung älterer Menschen betrachtet. In der Praxis – und zunehmend auch in Prüfungen – zeigt sich jedoch, dass bereits 35‑ bis 40‑Jährige auffällige Lipidprofile aufweisen, insbesondere erhöhte LDL‑Werte. Aktuelle europäische Leitlinien (ESC/EAS, Update 2025) betonen, dass LDL‑Cholesterin nicht nur ein Risikofaktor, sondern eine direkte Ursache der Atherosklerose ist. Die Senkung des LDL‑Cholesterins bleibt daher die wichtigste Maßnahme zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse.

Dieses Thema gehört regelmäßig zu den Prüfungsfällen in der

  • Fachsprachprüfung (FSP) → als fachliche Nachfrage („Welche Cholesterinwerte kennen Sie? Was bedeutet LDL?“).

  • Kenntnisprüfung (KP) → besonders bei Themen wie kardiovaskuläres Risiko, Metabolisches Syndrom, Diabetes, Hypertonie, Infarktprävention.

Daher sollte jede/r Prüfling kompetent und sicher dazu antworten können.


Die wichtigsten Cholesterinwerte – und was sie bedeuten

Cholesterinwerte: LDL‑Cholesterin („schlechtes Cholesterin“)

Was ist das? LDL transportiert Cholesterin zu den Körperzellen. Überschüssiges LDL lagert sich in den Gefäßwänden ab. Es kommt zur Bildung von Plaques, die langfristig Atherosklerose verursachen.

Warum ist LDL gefährlich? Neuere Leitlinien betonen klar:→ LDL ist ein kausaler Faktor der Atherosklerose, nicht nur ein begleitender Befund.→ Je niedriger das LDL, desto geringer das Risiko.

Zielwert:

  • < 115 mg/dL bei niedrigem Risiko

  • Bei höherem Risiko gelten strengere Ziele (z. B. < 70 mg/dL oder < 55 mg/dL)

HDL‑Cholesterin („gutes Cholesterin“)

Was ist das? HDL transportiert überschüssiges Cholesterin aus dem Gewebe zurück zur Leber und wirkt damit antiatherogen.

Schutzeffekt:

  • fördert Rücktransport des Cholesterins

  • wirkt antioxidativ und entzündungshemmend

Zielwert:

  • Frauen: > 50 mg/dL

Triglyzeride

Was ist das? Triglyzeride sind die wichtigsten Energielieferanten des Körpers.

Warum wichtig?

  • Zu hohe Werte fördern Atherosklerose.

  • Sehr hohe Werte (> 500 mg/dL) → Risiko für Pankreatitis.

Zielwert:

  • < 150 mg/dL

Warum sind Cholesterinwerte heute schon bei jungen Erwachsenen erhöht?

1. Ernährung & Lebensstil

Häufigste Ursache im jungen Alter.

Erhöhen LDL:

  • Fast Food, Snacks, Fertigprodukte

  • Viel tierisches Fett und Zucker

  • Wenig Ballaststoffe

  • Bewegungsmangel

Diese Faktoren fördern Atherosklerose frühzeitig – und das Risiko steigt über die Jahre kumulativ.

2. Genetische Veranlagung (familiäre Hypercholesterinämie)

  • Betrifft etwa 1:250 Menschen

  • LDL oft > 190 mg/dL

  • Unabhängig von Ernährung oder BMI

  • Muss früh erkannt werden

  • Stark erhöhtes Risiko für Herzinfarkt schon in jungen Jahren

3. Stress, Schlafmangel und Rauchen

Neuere Leitlinien (ESC 2025) betonen:

  • Stress und Schlafmangel gelten als Risikomodifikatoren.

  • Sie beeinflussen den Fettstoffwechsel, erhöhen LDL und reduzieren HDL.

  • Rauchen verstärkt die Oxidation von LDL und beschleunigt Gefäßschäden.

4. Hormonelle und medizinische Ursachen

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) → LDL steigt

  • Hormonelle Kontrazeptiva (je nach Präparat)

  • Leber- und Nierenerkrankungen

  • Metabolisches Syndrom / Insulinresistenz

Alle diese Ursachen sind typische Prüfungsthemen in der Anamnese und Differentialdiagnostik der KP.


Welche Werte gelten als normal? (ESC/EAS)

Parameter

Zielwert

LDL

< 115 mg/dL (bei niedrigem Risiko)

HDL (Frauen)

> 50 mg/dL

Triglyzeride

< 150 mg/dL

Bereits 120–160 mg/dL LDL gelten als leicht erhöht und sollten – besonders bei jungen Menschen – ernst genommen werden.

Was kann man tun, wenn die Cholesterinwerte erhöht sind?

Ernährung – stärkste nicht-medikamentöse Maßnahme

Mit der richtigen Ernährung kann das LDL um 10–20 % gesenkt werden.

Reduzieren:

  • Wurst, fettes Fleisch

  • Butter, Sahne, Schmalz

  • Fast Food, Frittiertes

  • Süßes & Softdrinks

Erhöhen:

  • Ballaststoffe: Haferflocken, Vollkorn, Hülsenfrüchte

  • Gesunde Fette: Olivenöl, Avocado, Nüsse

  • Omega‑3‑Fettsäuren: fetter Fisch

  • Gemüse und Obst (Beeren, Äpfel)

Bewegung (HDL ↑, LDL ↓)

Mindestens 150 min/Woche:

  • schnelles Gehen

  • Radfahren

  • Schwimmen

  • Krafttraining

Verbesserung oft nach 6–8 Wochen sichtbar.

Gewicht normalisieren

Schon 5 % Gewichtsverlust können das LDL deutlich senken.

Stressreduktion & Schlafqualität

Wirkung wissenschaftlich belegt:

  • Stress steigert LDL und Triglyzeride

  • Schlafmangel verschlechtert Lipidprofil

Empfohlen:

  • Achtsamkeit, Meditation

  • Yoga

  • Regelmäßiger Schlaf (7–8 h)

Alkohol & Rauchen reduzieren

Beides verschlechtert die Lipidwerte und erhöht das Herz-Kreislauf-Risiko.

Wann sind Medikamente notwendig? (ESC/EAS 2025)

Indikation zur medikamentösen Therapie, wenn:

  • LDL > 160 mg/dL

  • familiäre Hypercholesterinämie

  • weitere Risikofaktoren vorhanden (Diabetes, Hypertonie, Rauchen)

Therapieoptionen (aktuelle Leitlinie 2025):

1. Statine (Basistherapie)

  • senken LDL am stärksten

  • erste Wahl

  • bei akuten Koronarsyndromen sofort Hochdosis

2. Ezetimib

  • hemmt Cholesterinresorption

  • Kombination mit Statin bei unzureichender Wirkung

3. PCSK9‑Inhibitoren (Injektion)

„Die Spritze gegen Cholesterin“

  • starke LDL‑Senkung (50–60 %)

  • für Hochrisikopatienten oder Statinintoleranz

  • Beispiele: Alirocumab, Evolocumab

4. Inclisiran (neue siRNA‑Therapie)

  • wirkt über Hemmung von PCSK9‑Synthese

  • nur 2‑mal pro Jahr zu injizieren

  • ca. 50 % LDL‑Senkung

5. Bempedoinsäure

  • neuere orale Option

  • besonders bei Statinintoleranz


Erhöhte Cholesterinwerte treten heute zunehmend schon im jungen Alter auf und stellen ein wichtiges Thema in der medizinischen Ausbildung und Prüfung dar.


Die aktuellen europäischen Leitlinien zeigen deutlich:


LDL-Cholesterin ist ein kausaler Faktor der Atherosklerose – je früher die Senkung, desto geringer das spätere Herz-Kreislauf-Risiko.


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