Ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: Qualitätssicherung statt Pauschalverdacht
- Rüdiger Maria Müller

- 12. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Öffentliche Debatte und tatsächliche Risiken
In der öffentlichen Diskussion wird zunehmend behauptet, ausländische Ärztinnen und Ärzte stellten ein "Sicherheitsrisiko für das deutsche Gesundheitssystem" dar. Auslöser sind einzelne mediale Beiträge, unter anderem aus dem politischen Magazin Cicero. Die Debatte greift zwar ein reales Problem auf, zieht daraus jedoch eine verkürzte Schlussfolgerung.
Faktisch entsteht ein Risiko nicht durch Herkunft oder Ausbildung im Ausland, sondern durch unzureichende fachliche Vorbereitung, fehlende Sprachkompetenz und mangelhafte Qualitätssicherung im Anerkennungsprozess.
Warum Vorbereitung entscheidend ist
Deutschland ist auf international ausgebildete Ärztinnen und Ärzte angewiesen. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Patientensicherheit, Dokumentation und Kommunikation hoch. Wo Qualifizierung oberflächlich bleibt oder lediglich formale Hürden adressiert werden, entstehen reale Gefahren im Versorgungsalltag.
Die entscheidende Variable ist nicht Nationalität, sondern Standardisierung, Selektion und konsequente Vorbereitung auf das deutsche Versorgungsniveau.
Position der brmi-Akademie: klare Standards, keine Abkürzungen
Die brmi-Akademie verfolgt einen strikt qualitätsorientierten Ansatz. Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzte so vorzubereiten, dass sie entweder
mit Berufserlaubnis unter ärztlicher Aufsicht sicher arbeiten können oder
die Kenntnisprüfung bestehen und die Approbation erhalten.
Beide Wege setzen objektiv messbare Kompetenzen voraus.
Fachliche Vorbereitung für ausländische Ärzte in Deutschland auf die Kenntnisprüfung
Die Kenntnisprüfung ist kein formaler Akt, sondern eine fachlich anspruchsvolle Prüfung auf deutschem Versorgungsniveau. Die Vorbereitung an der brmi-Akademie umfasst daher:
strukturierte Curricula entlang der realen Prüfungsanforderungen
klinische Kernfächer und prüfungsrelevante Querschnittsthemen
fallbasiertes Arbeiten mit Diagnostik-, Therapie- und Entscheidungslogik
prüfungsnahe Simulationen mit Leistungsbewertung
Ziel ist nicht „Bestehen um jeden Preis“, sondern fachliche Handlungssicherheit.
Sprachkompetenz als Faktor der Patientensicherheit
Medizinische Fachsprache ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für Patientensicherheit. Deshalb liegt der Fokus auf:
C1-Niveau Medizin mit Anamnese, Aufklärung, Arztbriefen und Übergaben
strukturierter schriftlicher Dokumentation nach deutschem Standard
realistischen Kommunikationssituationen, auch in kritischen und komplexen Fällen
verbindlichem Feedback durch Philologen und ärztliche Lehrkräfte
Unzureichende Sprachkompetenz wird nicht relativiert, sondern gezielt bearbeitet. In den vergangenen Jahren haben die erworbenen Sprachkompetenzen (z. Bsp. Sprachzertifikat B2) erheblich nachgelassen. Daher fordert die brmi-Akademie als Grundlage für die Zulassung zum Approbationsverfahren anstelle des bisherigen Sprachzertifikats B2 das allgemeine C1-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Hierauf aufbauend kann dann sehr viel sicherer für die Patientenversorgung verpflichtend das Sprachzertifikat C1 Medizin aufgebaut werden. Auch muss grundsätzlich entschieden werden, ob Sprachprüfungen in den Händen der Kammern eine richtige Entscheidung war. Sprachprüfungen gehören zurück in die kompetenten Hände von zertifizierten und erfahrenen Sprachprüfungsinstituten (z. Bsp. Goethe).
Selektion, Transparenz und Verantwortung
Die brmi-Akademie leitet keine Teilnehmenden automatisch in Berufserlaubnis oder Prüfung weiter. Voraussetzungen sind:
nachweisbare fachliche und sprachliche Fortschritte
realistische Einschätzung der individuellen Erfolgschancen
klare Empfehlung oder bewusste Zurückhaltung bei unzureichendem Niveau
Bildungsträger ersetzen keine staatlichen Prüfungen. Sie tragen jedoch Verantwortung für realistische Vorbereitung und ehrliche Beratung. Um Standards und Transparenz in Prüfungen (z. Bsp. Kenntnisprüfung) zu gewähren, sollten sämtliche Kenntnisprüfungen an den Medizinischen Fakultäten in Deutschland durchgeführt werden. Bisher werden diese von den Kammern abgenommen. Was oftmals zu unterschiedlichen Standards führen kann.
Abgrenzung vom Markt
Der Markt für Anerkennungs- und Sprachkurse für ausländische Ärzte in Deutschland ist heterogen. Die brmi-Akademie grenzt sich bewusst ab von:
pauschalen Erfolgsversprechen
verkürzten Crash-Konzepten ohne Leistungsnachweise
politischer Symbolik ohne Qualitätskontrolle
Qualitätssicherung erfolgt vor dem Einsatz im Gesundheitssystem, nicht erst danach.
Fazit: Standards schützen Patienten
Die pauschale Darstellung ausländischer Ärztinnen und Ärzte als Sicherheitsrisiko greift zu kurz. Entscheidend sind Vorbereitung, Sprachkompetenz und konsequente Qualitätssicherung. Wo diese erfüllt sind, leisten international ausgebildete Ärztinnen und Ärzte einen unverzichtbaren Beitrag zur medizinischen Versorgung in Deutschland.
Die brmi-Akademie steht für diesen Anspruch – fachlich, sprachlich und strukturell.







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