top of page

Kardiale Mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD) und epikardialer Spasmus: Warum sollten internationale Ärztinnen und Ärzte dieses Thema unbedingt kennen?

CMD Diagnostik

Der Weg durch das Anerkennungsverfahren für ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland kann wie wir aus vielen persönlichen Gesprächen wissen lang und herausfordernd sein. In dieser Zeit sind internationale Medizinerinnen und Mediziner häufig von der praktischen Arbeit entfernt und verpassen dadurch wichtige Updates in der kardiologischen Diagnostik und Therapie.

Ein Thema, das sowohl in der Kenntnisprüfung als auch im klinischen Alltag immer mehr Bedeutung gewinnt, ist die kardiale mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD) sowie der epikardiale Koronarspasmus. Beide Erkrankungen treten häufig bei Patientinnen und Patienten mit Brustschmerzen auf auch dann, wenn die Koronarangiographie völlig unauffällig ist.

Damit Sie auch während des Anerkennungsverfahrens „am Puls der Zeit“ bleiben, haben wir die wichtigsten Inhalte kompakt für Sie zusammengefasst.


CMD Diagnostik

Kardiale mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD): Was bedeutet das?

CMD beschreibt eine Funktionsstörung der kleinen Herzkranzgefäße (Mikrozirkulation). Obwohl die großen Koronararterien frei durchgängig sind, kann das Herz unter Belastung nicht ausreichend durchblutet werden.

Was passiert dabei?

  • Die kleinen Gefäße können sich nicht richtig erweitern.

  • Die Endothelfunktion ist gestört.

  • Es entsteht eine Ischämie ohne sichtbare Stenose.

Typische Patientengruppe:

  • Frauen nach der Menopause

  • Menschen mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes, Hypertonie oder Adipositas

Kardiale mikrovaskuläre Dysfunktion ausgeschlossen?

Und was genau ist ein epikardialer Koronarspasmus?

Hier verengen sich oft plötzlich und vollständig die großen Koronararterien. Dieser Spasmus kann starke Brustschmerzen und sogar vorübergehende ST‑Hebungen im EKG verursachen.

Typisch für diese Patienten:

  • nächtliche oder Ruhe-Angina

  • rasche Besserung nach Nitroglycerin

  • häufig Rauchen als großer Risikofaktor

CMD vs. epikardialer Spasmus: die wichtigsten Unterschiede

  • CMD: Beschwerden meist unter Belastung, Nitro wirkt oft nur wenig.

  • Spasmus: Beschwerden typischerweise in Ruhe oder nachts, Nitro wirkt sofort.

  • CMD: Problem in den kleinen Gefäßen.

  • Spasmus: Problem in den großen epikardialen Gefäßen.

Wie sehen solche Patientinnen und Patienten im Alltag aus?

Diese Frage kommt sehr oft in der Kenntnisprüfung und ist im echten Klinikalltag mindestens genauso wichtig.

Typische CMD-Patienten

  • postmenopausal

  • viele klassische Risikofaktoren

  • Engegefühl oder Druck unter Belastung

  • normale Koronarangiographie

Typische Spasmus-Patienten

  • nächtliche Brustschmerzen

  • starke Beschwerden in Ruhe

  • Raucher oder Drogenkonsum

  • schnelle Symptomlinderung nach Nitro


Kardiale Mikrovaskuläre Dysfunktion: wichtige Fragen, die man unbedingt stellen sollte

Um CMD oder einen Spasmus nicht zu übersehen – und um in der Prüfung sicher aufzutreten – sollten Sie folgende Fragen routinemäßig stellen:

  • Treten Schmerzen unter Belastung oder in Ruhe/nachts auf?

  • Wie lange dauern die Beschwerden?

  • Gibt es Trigger wie Stress, Kälte, Nikotin?

  • Ist die Wirkung von Nitroglycerin gut, mäßig oder gering?

  • Gibt es bekannte Risikofaktoren (Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie)?


Diagnostische Hinweise

Bei CMD denken, wenn:

  • typische Angina vorhanden ist

  • die Koronarangiographie unauffällig bleibt

  • Ischämienachweis in MRT oder Echo gelingt

Bei Verdacht auf Spasmus:

  • Acetylcholin-Test in der Koronarangiographie

  • EKG-Veränderungen während des Schmerzes

  • typisches nächtliches Auftreten


Therapieempfehlungen in Kürze

CMD

  • Betablocker

  • ACE‑Hemmer / Statine

  • Gewichtsreduktion & körperliche Aktivität

  • Stressreduktion

  • Ranolazin bei persistierender Symptomatik

Epikardialer Spasmus

  • Calciumantagonisten

  • Nitrate

  • Nikotinstopp

  • Vermeidung von Triggern

  • ggf. Nicorandil


Warum ist dieses Thema so wichtig?

CMD und epikardialer Spasmus sind nicht nur relevante Prüfungsinhalte, sondern gehören zu den häufigsten Ursachen von Brustschmerzen bei Patientinnen und Patienten mit unauffälligen Koronararterien. Wer diese Entitäten erkennt, stellt frühzeitig die richtige Diagnose und verhindert langfristige Schäden.


Unser Tipp für angehende Ärztinnen und Ärzte im Anerkennungsverfahren

Nutzen Sie die Zeit bis zur Approbation, um an Fortbildungen und kardiologischen Workshops teilzunehmen. Themen wie CMD, Spasmus, Herzinsuffizienz oder ACS sind sowohl für die Kenntnisprüfung als auch für den späteren Berufsalltag von entscheidender Bedeutung.

Und wir die brmi-Akademie unterstützen Sie auf diesem Weg: Mit aktuellen Themen, modernen Kursen und relevanten Fortbildungsangeboten.

brmi-Akademie – weil Wissen die Grundlage unserer Zukunft ist.



Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page