Kardiale Mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD) und epikardialer Spasmus: Warum sollten internationale Ärztinnen und Ärzte dieses Thema unbedingt kennen?
- Lesia Haidych

- 3. März
- 3 Min. Lesezeit

Der Weg durch das Anerkennungsverfahren für ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland kann wie wir aus vielen persönlichen Gesprächen wissen lang und herausfordernd sein. In dieser Zeit sind internationale Medizinerinnen und Mediziner häufig von der praktischen Arbeit entfernt und verpassen dadurch wichtige Updates in der kardiologischen Diagnostik und Therapie.
Ein Thema, das sowohl in der Kenntnisprüfung als auch im klinischen Alltag immer mehr Bedeutung gewinnt, ist die kardiale mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD) sowie der epikardiale Koronarspasmus. Beide Erkrankungen treten häufig bei Patientinnen und Patienten mit Brustschmerzen auf auch dann, wenn die Koronarangiographie völlig unauffällig ist.
Damit Sie auch während des Anerkennungsverfahrens „am Puls der Zeit“ bleiben, haben wir die wichtigsten Inhalte kompakt für Sie zusammengefasst.

Kardiale mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD): Was bedeutet das?
CMD beschreibt eine Funktionsstörung der kleinen Herzkranzgefäße (Mikrozirkulation). Obwohl die großen Koronararterien frei durchgängig sind, kann das Herz unter Belastung nicht ausreichend durchblutet werden.
Was passiert dabei?
Die kleinen Gefäße können sich nicht richtig erweitern.
Die Endothelfunktion ist gestört.
Es entsteht eine Ischämie ohne sichtbare Stenose.
Typische Patientengruppe:
Frauen nach der Menopause
Menschen mit kardiovaskulären Risikofaktoren wie Diabetes, Hypertonie oder Adipositas
Kardiale mikrovaskuläre Dysfunktion ausgeschlossen?
Und was genau ist ein epikardialer Koronarspasmus?
Hier verengen sich oft plötzlich und vollständig die großen Koronararterien. Dieser Spasmus kann starke Brustschmerzen und sogar vorübergehende ST‑Hebungen im EKG verursachen.
Typisch für diese Patienten:
nächtliche oder Ruhe-Angina
rasche Besserung nach Nitroglycerin
häufig Rauchen als großer Risikofaktor
CMD vs. epikardialer Spasmus: die wichtigsten Unterschiede
CMD: Beschwerden meist unter Belastung, Nitro wirkt oft nur wenig.
Spasmus: Beschwerden typischerweise in Ruhe oder nachts, Nitro wirkt sofort.
CMD: Problem in den kleinen Gefäßen.
Spasmus: Problem in den großen epikardialen Gefäßen.
Wie sehen solche Patientinnen und Patienten im Alltag aus?
Diese Frage kommt sehr oft in der Kenntnisprüfung und ist im echten Klinikalltag mindestens genauso wichtig.
Typische CMD-Patienten
postmenopausal
viele klassische Risikofaktoren
Engegefühl oder Druck unter Belastung
normale Koronarangiographie
Typische Spasmus-Patienten
nächtliche Brustschmerzen
starke Beschwerden in Ruhe
Raucher oder Drogenkonsum
schnelle Symptomlinderung nach Nitro
Kardiale Mikrovaskuläre Dysfunktion: wichtige Fragen, die man unbedingt stellen sollte
Um CMD oder einen Spasmus nicht zu übersehen – und um in der Prüfung sicher aufzutreten – sollten Sie folgende Fragen routinemäßig stellen:
Treten Schmerzen unter Belastung oder in Ruhe/nachts auf?
Wie lange dauern die Beschwerden?
Gibt es Trigger wie Stress, Kälte, Nikotin?
Ist die Wirkung von Nitroglycerin gut, mäßig oder gering?
Gibt es bekannte Risikofaktoren (Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie)?
Diagnostische Hinweise
Bei CMD denken, wenn:
typische Angina vorhanden ist
die Koronarangiographie unauffällig bleibt
Ischämienachweis in MRT oder Echo gelingt
Bei Verdacht auf Spasmus:
Acetylcholin-Test in der Koronarangiographie
EKG-Veränderungen während des Schmerzes
typisches nächtliches Auftreten
Therapieempfehlungen in Kürze
CMD
Betablocker
ACE‑Hemmer / Statine
Gewichtsreduktion & körperliche Aktivität
Stressreduktion
Ranolazin bei persistierender Symptomatik
Epikardialer Spasmus
Calciumantagonisten
Nitrate
Nikotinstopp
Vermeidung von Triggern
ggf. Nicorandil
Warum ist dieses Thema so wichtig?
CMD und epikardialer Spasmus sind nicht nur relevante Prüfungsinhalte, sondern gehören zu den häufigsten Ursachen von Brustschmerzen bei Patientinnen und Patienten mit unauffälligen Koronararterien. Wer diese Entitäten erkennt, stellt frühzeitig die richtige Diagnose und verhindert langfristige Schäden.
Unser Tipp für angehende Ärztinnen und Ärzte im Anerkennungsverfahren
Nutzen Sie die Zeit bis zur Approbation, um an Fortbildungen und kardiologischen Workshops teilzunehmen. Themen wie CMD, Spasmus, Herzinsuffizienz oder ACS sind sowohl für die Kenntnisprüfung als auch für den späteren Berufsalltag von entscheidender Bedeutung.
Und wir die brmi-Akademie unterstützen Sie auf diesem Weg: Mit aktuellen Themen, modernen Kursen und relevanten Fortbildungsangeboten.
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