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Fachsprachprüfung C1 Humanmedizin (FSP): Ablauf, Bewertung & Vorbereitung

Aktualisiert: vor 2 Tagen


Vorbereitungskurs auf die Fachsprachprüfung C1 Humanmedizin
Vorbereitungskurs auf die Fachsprachprüfung C1 Humanmedizin

Prüfungsaufbau der Fachsprachprüfung C1 Humanmedizin


Die Fachsprachprüfung C1 Humanmedizin (FSP) ist ein zentraler Bestandteil des Approbationsverfahrens für internationale Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Sie prüft nicht nur allgemeine Sprachkenntnisse, sondern die Fähigkeit, ärztlich korrekt, strukturiert und sicher auf Deutsch zu kommunizieren – im Patientengespräch, in der Dokumentation und im fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Sie geht der Kenntnisprüfung voraus und ist ein zentraler Schritt auf dem Weg in den ärztlichen Berufsalltag in Deutschland. Für viele bedeutet sie nicht nur eine Sprachprüfung, sondern auch die erste intensive Auseinandersetzung mit ärztlicher Kommunikation im deutschen Gesundheitssystem.


Ein Blick auf die von den Ärztekammern bereitgestellten Informationen zeigt: Die FSP folgt einer klaren, praxisnahen Logik. Sie bildet typische ärztliche Handlungssituationen ab und prüft, ob Sie diese sprachlich sicher bewältigen können. Der Prüfungsablauf besteht aus drei aufeinander aufbauenden Teilen: Anamnesegespräch, schriftliche Dokumentation und Fallvorstellung.


Wer die Anforderungen der einzelnen Prüfungsteile versteht, erkennt schnell: Die FSP ist keine unberechenbare Hürde, sondern eine gut strukturierte Prüfung mit klaren Erwartungen.


Simuliertes Anamnesegespräch: Anforderungen und Bewertung


Im ersten Teil führen Sie ein Anamnesegespräch mit einer Schauspielpatientin oder einem Schauspielpatienten. Im Fokus steht hier nicht die Perfektion einzelner Sätze, sondern die Frage, ob Ihre Sprachkenntnisse eine funktionierende, sichere Arzt-Patienten-Kommunikation ermöglicht.


Viele internationale Ärztinnen bringen bereits umfangreiche Erfahrung im Patientenkontakt mit. In der FSP geht es darum, diese Kompetenz auf Deutsch sichtbar zu machen – in einer Sprache, die für Patientinnen verständlich ist und zugleich medizinisch korrekt bleibt.

Positiv bewertet wird, wenn Sie das Gespräch ruhig und professionell eröffnen, Ihre Rolle als Ärztin klar einnehmen und der Patientin Orientierung geben. Ihre Fragen sollten zielführend sein, nachvollziehbar aufeinander aufbauen und erkennen lassen, dass Sie medizinisch mitdenken. Besonders wichtig ist dabei die Verständlichkeit: Sie passen Ihre Sprache Ihrem Gegenüber an, erklären medizinische Sachverhalte klar und reagieren angemessen auf Antworten.


Auch Ihre Gesprächsführung spielt eine Rolle. Wenn Sie zusammenfassen, gezielt nachfragen oder den Gesprächsverlauf sprachlich strukturieren, zeigen Sie Sicherheit und ärztliche Kompetenz. Empathie zeigt sich dabei nicht durch große Worte, sondern durch eine respektvolle, zugewandte und professionelle Kommunikation.

Die Kammer bewertet hier vor allem eines: Ob Ihre Sprache geeignet ist, ein Anamnesegespräch im medizinischen Alltag verantwortungsvoll zu führen.


Schriftliche Dokumentation in der FSP C1 Humanmedizin


Im zweiten Prüfungsteil übertragen Sie das Gespräch in eine schriftliche Dokumentation. Diese Aufgabe ist bewusst realitätsnah gestaltet: Auch im Klinikalltag geht es darum, Informationen auszuwählen, zu ordnen und für Kolleginnen und Kollegen nachvollziehbar festzuhalten.


Gerade für internationale Ärztinnen, die aus anderen Gesundheitssystemen kommen, bietet dieser Prüfungsteil eine wichtige Orientierung: Er zeigt, wie medizinische Informationen in Deutschland strukturiert, gewichtet und schriftlich dokumentiert werden.


Eine gute Dokumentation ist klar strukturiert, sachlich formuliert und auf das medizinisch Wesentliche konzentriert. Sie zeigt, dass Sie relevante anamnestische Angaben erkennen, einordnen und korrekt wiedergeben können. Dabei wird nicht erwartet, dass Sie einen Aufsatz oder eine E-Mail schreiben – vielmehr geht es um Präzision, Übersichtlichkeit und fachsprachliche Angemessenheit.


Wenn Ihre Dokumentation logisch aufgebaut ist, medizinische Begriffe korrekt verwendet werden und der Text gut verständlich bleibt, erfüllen Sie genau das, was die Kammer prüft: die Fähigkeit, schriftlich sicher im ärztlichen Alltag zu arbeiten.


Fallvorstellung vor der Ärztekammer


In der Fallvorstellung präsentieren Sie den Fall mündlich gegenüber einer ärztlichen Prüferin oder einem Prüfer. Dieser Prüfungsteil knüpft inhaltlich an das Anamnesegespräch und die Dokumentation an, stellt jedoch andere kommunikative Anforderungen: Nun geht es darum, medizinische Zusammenhänge mündlich, strukturiert und fachlich präzise darzustellen.


Sie fassen die wesentlichen anamnestischen Punkte zusammen, ordnen relevante Befunde ein und leiten daraus eine Verdachtsdiagnose, mögliche Differentialdiagnosen sowie das weitere diagnostische oder therapeutische Vorgehen ab. Ihre Sprache darf und soll fachlich sein – entscheidend ist, dass sie klar, ruhig und nachvollziehbar bleibt.

Auch wenn Deutsch nicht Ihre Erstsprache ist, können Sie hier durch Struktur, klare Priorisierung und korrekt eingesetzte Fachsprache überzeugen. Die Kammer achtet insbesondere darauf, ob Sie Fachvokabular situationsangemessen verwenden und auch auf Rückfragen strukturiert reagieren können.


Eine logisch aufgebaute Darstellung mit erkennbarem roten Faden wirkt dabei souverän und professionell.


Zentrale Bewertungskriterien der Fachsprachprüfung


Über alle Prüfungsteile hinweg zieht sich ein zentrales Kriterium: Ihre Sprache soll ärztliches Handeln ermöglichen. Bewertet wird nicht, ob jeder einzelne Satz vollkommen fehlerfrei ist, sondern ob Ihre Kommunikation im medizinischen Kontext zuverlässig funktioniert – im Gespräch mit Patientinnen, in der schriftlichen Dokumentation und im fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.


Struktur, Verständlichkeit und eine klare ärztliche Haltung sind dabei entscheidend. Sprachliche Genauigkeit und korrekte Grammatik spielen eine wichtige Rolle, weil sie Verständlichkeit und Professionalität unterstützen. Kleinere sprachliche Unsicherheiten werden stellen kein Problem dar, solange Ihre Kommunikation insgesamt tragfähig bleibt.


Gezielte Vorbereitung auf die FSP mit der brmi-Akademie


Genau an den beschriebenen Anforderungen setzt die Arbeit der brmi-Akademie an. In unseren Vorbereitungskursen orientieren wir uns konsequent am tatsächlichen Prüfungsaufbau und an den Bewertungskriterien der Ärztekammern.


Alle drei Prüfungsteile – Anamnesegespräch, schriftliche Dokumentation und Fallvorstellung – werden bei uns systematisch und praxisnah trainiert. Dabei steht nicht das Auswendiglernen einzelner Formulierungen im Vordergrund, sondern die Entwicklung einer sicheren ärztlichen Kommunikationskompetenz auf Deutsch.


Internationale Ärztinnen und Ärzte arbeiten in unseren Kursen mit realistischen Prüfungsszenarien, authentischen Materialien aus dem medizinischen Alltag und klaren sprachlichen Strukturen. Durch gezieltes Feedback und wiederholtes Üben lernen sie, ihre medizinische Erfahrung sprachlich angemessen, verständlich und fachlich korrekt einzusetzen – sowohl in der Prüfung als auch im späteren Berufsalltag.


So wird die Fachsprachprüfung nicht als isolierte Hürde erlebt, sondern als sinnvoller Vorbereitungsschritt auf die ärztliche Tätigkeit in Deutschland.


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